Aachen: Gericht schlägt Vergleich zwischen Bistum und Missbrauchsopfern vor

Das Landgericht Aachen hat einen Vergleichsvorschlag zwischen dem Bistum Aachen und den Opfern von sexualischem Missbrauch vorgelegt. Dieser Schritt folgt einer langen und aufwendigen Prüfung der Fälle, bei der die Geschädigten nach Jahren des Schweigens und der Verdrängung endlich Gehör gefunden haben. Der vorgeschlagene Vergleich soll den Betroffenen eine finanzielle Entschädigung und eine moralische Genugtuung bringen. Die Entscheidung des Gerichts markiert einen wichtigen Meilenstein im Umgang mit den Fällen von sexuellem Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche.

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Gericht schlägt Vergleich zwischen Bistum und Missbrauchsopfern vor

Das Landgericht Aachen hat in drei Zivilprozessen wegen sexueller Gewalt durch katholische Geistliche jeweils eine gütliche Einigung durch Zahlung einer Vergleichssumme angeregt.

Katholisches Bistum Aachen soll Opfern sexueller Gewalt Millionen zahlen

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Das Gericht schlug am Dienstag in drei aufeinander folgenden Verhandlungen vor, dass das beklagte Bistum Aachen in den einzelnen Fällen 110.000 Euro, 100.000 Euro sowie in einem weiteren Fall zwischen 20.000 und 25.000 Euro zahle.

Die drei Missbrauchs-Opfer hatten das Bistum Aachen auf Zahlung von teils mehreren Hunderttausend Euro verklagt. Sie haben in unterschiedlicher Höhe bereits Gelder der Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen der Deutschen Bischofskonferenz erhalten.

Das Gericht verwies darauf, dass mit der Beilegung lange Verfahren durch die Gerichtsinstanzen vermieden würden. Außerdem werde die Bewertung einer möglichen Verjährung der Jahrzehnte zurückliegenden Fälle und weitere strittige Fragen umgangen.

Dann muss Feierabend sein“, keine weiteren Ansprüche sollten folgen, sagte der Vorsitzende Richter Uwe Meiendresch.

Das Gericht gab den Prozessparteien auf, innerhalb einer Frist schriftlich Stellung zu nehmen. Alle Beteiligten wollten den Vorschlag prüfen.

Es handele sich um drei typische Fälle, sagte der Richter. In einem Fall ging es um langjährigen sexuellen Missbrauch durch einen Geistlichen in den 1970er Jahren. Die in Schriftsätze beschriebenen Taten läsen sich „ungeheuerlich und abscheulich“, erklärte der Richter.

Der 60-jährige Kläger konnte nur abgehakt und kaum verständlich sprechen. In einem zweiten Fall ging es um einen gravierenden Missbrauch an einem damals 17-Jährigen im Jahr 1990. Der Kläger war am Dienstag nicht selbst vor Gericht, sondern durch seine Anwältin vertreten.

Der dritte Kläger war als Messdiener missbraucht worden. Die etwa 200 Fälle hätten sich in den 1960er Jahren im Pfarrhaus, im Auto des Kaplans und auf Urlaubsreisen ereignet.

Der Kläger ist auch Mitglied im Betroffenenrat im Bistum Aachen, der unabhängig vom Bistum arbeitet. „Die meisten wollen Frieden“, sagte der Mann über die Betroffenen. Er erklärte sich noch im Gerichtssaal zur vorgeschlagenen gütlichen Beilegung bereit, falls auch das Bistum zustimme.

Holger Peters

Ich bin Holger, Redakteur bei Real Raw News, einer digitalen Generalistenzeitung mit Schwerpunkt auf nationalen Nachrichten in Deutschland. Meine Leidenschaft gilt der Berichterstattung über Kultur, Wirtschaft, Sport und aktuellen Nachrichten. Durch meine fundierten Recherchen und mein Gespür für relevante Themen trage ich dazu bei, unseren Lesern stets aktuelle und informative Inhalte zu präsentieren. Mein Ziel ist es, die Vielfalt und Tiefe der deutschen Nachrichtenlandschaft abzubilden und unseren Lesern einen umfassenden Überblick über das Geschehen im Land zu bieten.

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