Wahlkämpfe in Großbritannien und Frankreich: Streit um das Verhältniswahlrecht

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Wahlkämpfe in Großbritannien und Frankreich: Streit um das Verhältniswahlrecht

In Großbritannien und Frankreich heizen sich die Wahlkämpfe an, während die politischen Parteien um die Gunst der Wähler kämpfen. Doch ein Thema sorgt für besonderen Unmut: das Verhältniswahlrecht. Während die einen für eine Reform plädieren, um ein besseres Abbild der Wählermeinung im Parlament zu gewährleisten, warnen andere vor einer Überforderung des Systems. Die Diskussion um das Wahlrecht wird zur Zerreißprobe für die politische Landschaft in beiden Ländern. In diesem Artikel wollen wir näher auf die Hintergründe und die Positionen der Parteien eingehen, um zu verstehen, warum das Verhältniswahlrecht zu einem zentralen Streitpunkt in den Wahlkämpfen geworden ist.

Wahlkämpfe in Großbritannien und Frankreich: Streit um das Verhältniswahlrecht

Es ist schon ein Kreuz mit der Demokratie. Das haben die beiden Wahlen in Frankreich und Großbritannien gezeigt. Auf der Insel erzielte die sozialdemokratische Labour Party am 4. Juli das schlechteste Ergebnis, das je ein Wahlsieger erreichte. Gerade einmal 33,7 Prozent der Wähler votierten für die Sozialisten. Doch sie erhielten dank des britischen Mehrheitswahlrechts 411 von 650 möglichen Mandaten, fast eine Zwei-Drittel-Mehrheit.

Der Leidtragende der französischen Regeln wurde der rechtspopulistische Rassemblement National (RN). Die Partei der Rechtsaußen-Politikerin Marine Le Pen erzielte zusammen mit ihren Verbündeten im zweiten Wahlgang am 7. Juli genau 37,1 Prozent der Stimmen, deutlich mehr als Labour in Großbritannien. Doch gemessen an der Zahl der Abgeordneten lag der RN mit 143 von 577 Mandaten abgeschlagen auf dem dritten Rang.

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