Jedöns und Co.: Die Multifunktionswörter des Rheinischen

Jedöns und Co.: Die Multifunktionswörter des Rheinischen

In der Sprache des Rheinlands gibt es eine Vielzahl von Multifunktionswörtern, die für Außenstehende oft schwer zu verstehen sind. Diese besonderen Wörter spielen eine wichtige Rolle im alltäglichen Sprachgebrauch der Rheinländer und tragen maßgeblich zur Identität dieser Region bei. Das sogenannte Jedöns, das in verschiedenen Formen und Bedeutungen verwendet wird, ist eines der bekanntesten Multifunktionswörter des Rheinischen. Es dient nicht nur als Füllwort, sondern kann auch als Verstärkung oder zur Betonung eingesetzt werden. Die Variabilität und Vielfalt dieser Wörter machen sie zu einem faszinierenden Element der rheinischen Sprache, das es lohnt, genauer zu erforschen.

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Die vielseitigen Multifunktionswörter des Rheinischen: Ein Sprachphänomen mit unendlichen Möglichkeiten

Das gibt es wohl nur im Rheinischen: Multifunktionswörter, mit denen sich fast alles bezeichnen lässt. Allerdings braucht es ein geschultes Verständnis dafür, was denn gemeint ist. Beispiel gefällig? „Gib mal das Dingsda!“ kann nur aus der Situation heraus verstanden werden. Was denn? Beim Heimwerker womöglich der Hammer, in der Küche de Pann, im Garten de Schöpp. Das Ding ist universell einsetzbar.

Herr Dingsbumms ist ein Mann, dessen Namen einem gerade nicht einfällt, der aber allgemein bekannt ist. „Du weißt doch, das macht der Herr Dingsbumms.“ Es kann aber auch heißen: „Da sagt der Dings zu mir…“ Dann gibt es noch das dicke Ding und krumme Dinger, das eine ist groß, das andere kriminell.

Herr Dingsbumms und Co: Die einzigartigen Wörter des Rheinischen, die alles beschreiben können

Ganz spannend wird es, wenn Multifunktionswörter kombiniert werden: „Da sagt der Dings zu mir, gibt mir dat Jedöns.“ Zum Jedöns später. Jetzt geht es erst mal um den Ausdruck von Erstaunen: „Dat es ever en Ding.“ Heißt nichts anderes als: Kaum vorstellbar, was da passiert ist. Im Dorf mit K ist jüngst so ein Ding passiert. Da ist doch tatsächlich der Schützenkönig mit seinen Ministern zum Feldberg gefahren, um sich bei minus neun Grad am Bismarckdenkmal fotografieren zu lassen. Ein bisschen jeck sind sie schon, die Niederrheiner.

Aus allem wird Jedöns gemacht. In Kleinenbroich soll vor Jahren eine Majestät gar die Amtskette mit auf Urlaub nach Ägypten genommen haben. Das war ein Jedönsrat: einer, der alles übertreibt. Beim Tischabdecken kann es aber auch heißen: Schieb mal das Jedöns rüber. So sagt es selbst auf Wüstenreisen mit deutschen Touristen ein echter Tuareg, dessen Schwiegermutter aus Düsseldorf ihm Rheinisch beigebracht hat. Dabei meint er alles, was auf dem Tisch steht. Dabei sollten Mann und Frau Touri den Knös bitte liegen lassen. Knös steht für Abfall, für Unsinn oder schlechte Arbeit: „Macht bloß keinen Knös!“

Heidi Schulze

Ich bin Heidi, eine Journalistin bei der Webseite Real Raw News. Unsere digitale Generalistenzeitung konzentriert sich auf nationale Nachrichten in Deutschland, sowie auf Themen wie Kultur, Wirtschaft, Sport und aktuelle Ereignisse. Als Teil des Teams von Real Raw News ist es meine Leidenschaft, fundierte und relevante Berichterstattung zu liefern, um unsere Leser stets auf dem neuesten Stand zu halten. Mit meiner Erfahrung und meinem Engagement für Qualitätsjournalismus strebe ich danach, die Vielfalt der Nachrichtenlandschaft in Deutschland abzubilden und wichtige Themen zu beleuchten.

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