Wahl in Frankreich: Linkes Bündnis mit überraschendem Ausgang

Index

Wahl in Frankreich: Linkes Bündnis mit überraschendem Ausgang

Die Wahlen in Frankreich haben ein überraschendes Ergebnis hervorgebracht. Das linke Bündnis, bestehend aus den Parteien La France insoumise, Parti socialiste und Europe Écologie-Les Verts, hat die Mehrheit im Parlament errungen. Dieser Erfolg kam für viele Beobachter völlig unerwartet, insbesondere nach den Umfragen, die einen Sieg der Rechten vorhergesagt hatten. Die Linken konnten sich insbesondere in den Städten und bei den jungen Wählern durchsetzen. Die Frage lautet nun, wie sich das neue Parlament in der Zukunft entwickeln wird und welche Konsequenzen dies für die französische Politik haben wird.

Überraschender Sieg: Linkes Bündnis gewinnt Parlamentswahl in Frankreich

Die Ereignisse bei der Parlamentswahl in Frankreich haben sich überschlagen. Überraschend gewinnt laut Hochrechnungen das linke Lager. Die Rechtsnationalen legen zu, haben aber keine Chance auf eine eigene Regierung. Und der Premier Gabriel Attal kündigt an, zurücktreten zu wollen.

Wahl in Frankreich: Linkes Lager überraschend stark, Macron-Lager schwach

Wahl in Frankreich: Linkes Lager überraschend stark, Macron-Lager schwach

Die absolute Mehrheit von 289 Sitzen dürfte keines der drei Lager erreichen. Das Linksbündnis Nouveau Front Populaire (NFP) kann jüngsten Meinungsforschern zufolge mit 184 bis 198 Sitzen im 577 Mandate umfassenden Parlament rechnen. Das Mitte-Lager von Präsident Emmanuel Macron, der nicht zur Wahl stand, stellt 160 bis 169 Abgeordnete.

Überraschungserfolg war das schlechte Abschneiden des rechten und europaskeptischen Rassemblement National (RN) von Marine Le Pen, die noch in der ersten Wahlrunde triumphiert hatte. Nun dürfte RN laut den Projektionen mit 135 bis 143 Mandaten nur auf Platz drei landen.

Frankreichs Premier Attal kündigt Rücktritt an

Frankreichs Premier Attal kündigt Rücktritt an

Das amtliche Endergebnis wird für Montagmorgen erwartet. Frankreichs Premier Attal kündigt Rücktritt an. Das Ergebnis ist eine große Überraschung. Nach der ersten Wahlrunde vor einer Woche sahen Prognosen das RN noch knapp unter der absoluten Mehrheit und damit möglicherweise in der Lage, die nächste Regierung zu stellen.

Linkes Bündnis erringt überraschenden Erfolg

Linkes Bündnis erringt überraschenden Erfolg

Die Linke hatten sich erst vor wenigen Wochen für die Parlamentswahl zum Nouveau Front Populaire zusammengeschlossen. Bei der Europawahl waren die Parteien noch einzeln angetreten. Streit gibt es innerhalb der Linken vor allem über die altlinke Führungsikone Jean-Luc Mélenchon.

Kommt das Linksbündnis jetzt an die Macht? Das zumindest fordern die Spitzen des Bündnisses Nouveau Front Populaire als stärkste Kraft in der Nationalversammlung. Als Präsident obliegt es Emmanuel Macron, den Premierminister zu ernennen. Noch ist nicht klar, ob er das Rücktrittsgesuch von Premier Gabriel Attal annehmen wird.

Auswirkungen auf Deutschland und Europa

Auswirkungen auf Deutschland und Europa

Das ist nicht klar. Das Linksbündnis hat die Führungsfrage bisher offen gelassen und auch kein gemeinsames Programm. Insofern ist noch nicht ausgemacht, welche Politik es umsetzen will, wenn es an die Regierung kommt. Fest steht aber, dass das Bündnis bis auf einzelne Teile am linken Rand klar proeuropäisch eingestellt ist und auch fest zur Unterstützung der Ukraine gegen den russischen Angriffskrieg steht.

Was passiert, wenn keine Regierung gefunden wird? Wenn keines der politischen Lager eine absolute Mehrheit erhält oder in einer Koalition oder unter Duldung zur Bildung einer Regierung in der Lage ist, kann Macron Premierminister Gabriel Attal trotz dessen Rücktrittsankündigung bitten, mit der aktuellen Regierung zunächst geschäftsführend im Amt zu bleiben.

Das Amt von Staatschef Macron bleibt von der Wahl zwar unangetastet, doch ohne handlungsfähige Regierung könnte auch er seine Projekte nicht durchsetzen.